Dekanat Sulzbach-Rosenberg

evangelisch in der Oberpfalz

Wunibald - Am Anfang war das Wort

Wunibald2Vor über 1200 Jahren war das Land an der Vils von fast undurchdringlichen Urwäldern bedeckt. Die wenigen Menschen, die in ärmlichen Weilern ihr Leben fristeten, waren Heiden. In diese Düsternis brachte der angelsächsische Missionar Wunibald das Licht des Christentums. Die Martinskapelle in Ermhof stammt aus der Zeit, als Wunibald in der Nordfiluse wirkte, vielleicht ist sie sogar eine Gründung des großen angelsächsischen Missionars.

Sie sieht recht unscheinbar aus, die Kapellenruine in Ermhof. Der Archäologe Dr. Mathias Hensch hat sie 2006 bis 2008 ausgegraben und untersucht. Dabei erkannte er, dass das eine der ältesten Kirchengründungen der Oberpfalz ist.

Diesen geschichtsträchtigen Ort hatte Dekanatskantor Gerd Hennecke für das Multimedia-Schauspiel „Am Anfang war das Wort“ ausgewählt, in dem er in Lesungen, Filmen, Schauspiel und großartiger Musik Wunibaald und die Anfänge des Christentums in der Region zum Leben erweckte.

Wunibald1Die Nonne Hugeburc, eine jüngere Verwandte von Wunibald und seinen Geschistern Willibald und Walburga, schrieb die Lebensgeschichten der Heiligen auf. Von diesem Text ausgehend erzählte die Autorin Christina Wagner, gewandet als Hugeburc, die Geschichte ihrer Verwandten. Wunibald pilgerte von England nach Rom und zog dann mit Bonifatius, seinem Onkel, nach Germanien, um die Heiden zu missionieren. Erst wirkte er in Thüringen, später in der heutigen Oberpfalz. Die ehemalige Martinskirche in Ermhof stammt aus der Zeit, als Wunibald sich hier aufhielt. 761 starb er in Heidenheim in dem Kloster, das sein Bruder Willibald gegründet hatte.

Wunibald war zeit seines Lebens unterwegs, und das zeigten auch die Filme, die sein Leben und Wirken illustrierten. Jugendliche von der Evangelischen Jugend zeigten in klaren Schwarz-Weiß-Aufnahmen seinen langen Weg, sein unermüdliches Eintreten für den Glauben und die Mühen der Mission.

Musikalisch wurde der Abend von der Kantorei gestaltet. Hennecke hatte Stücke von der Frührenaissance bis zur Moderne ausgewählt. So unterschiedlich sie waren, ergänzten sie doch Text und Bilder perfekt, weil sie die Aussage betonten und verdeutlichten. Die Kantorei sang, von Hennecke am Piano begleitet, diese Chorsätze. Unter seiner Leitung agierten die rund 25 Sängerinnen und Sänger geschmeidig und ausdrucksstark, obwohl sie nach Einbruch der Dunkelheit den Dirigenten nicht mehr sehen konnten. Beim „Tu solus“ von Josquin Desprez begann die Kantorei ruhig, beinahe meditativ, um sich dann aufwühlend zu steigern. Kraftvolle Dynamik und ein bewegender Ausdruck kennzeichneten das norwegische Volkslied „Ned i vester soli glader“. Besonders schön war hier der Einsatz der Röhrenglocken, mit denen Ben Hartmann den Gesang akzentuierte.

Als der letzte Ton verklang, ließen die Zuhörer Musik, Bilder und Texte noch einen Moment nachwirken, ehe sie stürmisch applaudierten.
Dann kamen alle jugendlichen Schauspieler, Techniker und der Regisseur nach vorn und wurden mit kräftigem Beifall belohnt. Nach Vaterunser und Segen sangen alle Besucher gemeinsam mit den Chor „Verleih uns Frieden gnädiglich“ - ein wunderbarer Ausklang für ein beeindruckendes Konzerterlebnis.

Das Multimediakonzert hatte sehr großen Anklang gefunden und ungezählte Zuschauer angelockt. Auch die beiden Geistlichen von Neukirchen, Pfarrerin Anja Matthalm und Roland Klein, Bürgermeister Winfried Franz und die stellvertretende Landrätin Brigitte Bachmann ließen sich verzaubern. Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiß aus Regensburg, der die Schirmherrschaft über den Abend übernommen hatte, sagte: „Der Weg des Glaubens in dieser Region beginnt hier, beim ältesten Gotteshaus, und führt zum Knappenberg, kaum zwei Kilometer von hier. Dort ist durch den Elan der Jugend die jüngste Kapelle des Bezirks entstanden.“

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