Dekanat Sulzbach-Rosenberg

evangelisch in der Oberpfalz

Frühjahrssynode

„Allein die Schrift – Zugänge zur Lutherbibel 2017“ war im Jahr des Reformationsjubiläums das Thema der Frühjahrssynode des evangelischen Dekanatsbezirks Sulzbach-Rosenberg. Die Bibel stand deshalb im Mittelpunkt der Tagung.

Synode3„Christen haben erfahren, dass es mehr Fragen als Antworten gibt. Aus dem Glauben heraus können sie das ertragen“, stellte Präsident Hans-Peter Pickel fest, als er die Synode eröffnete, „viele Antworten auf grundsätzliche Fragen finden wir Christen in der Heiligen Schrift.“
Erster Bürgermeister Michael Göth erinnerte in seinem Grußwort daran, dass in der Herzogstadt vor 60 Jahren das Simultaneum als sichtbares Zeichen der Reformation beendet wurde. „Die Reformation hat Veränderungen bewirkt, die bis in die Gegenwart reichen“, stellte das Stadtoberhaupt fest.

Synode1Dekan Karlhermann Schötz führte die Synodalen mit einem Referat über die Lutherbibel 2017 in das Thema der Versammlung ein. Luthers Bibelübersetzung, führte der Dekan aus, war ein ganz wesentlicher Teil der Reformation, weil die Menschen dadurch selbst die Bibel lesen konnten. 1522 schloss Luther die Arbeit am Neuen Testament ab, 1534 war die gesamte Übersetzung fertig. Bis 1545 überarbeitete er jährlich seine Übersetzung. Danach wurde die Bibel jahrhundertelang von Druckern und Bibelgesellschaften nach eigenem Gutdünken modernisiert, so dass es Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche ganz unterschiedliche Lutherbibeln gab. Seitdem gab es mehrere Revisionen. Seit 2006 wurde die Lutherbibel im Auftrag der EKD von der Deutschen Bibelgesellschaft überprüft. Dabei sollte die neue Fassung dem hebräischen und griechischen Ausgangstext gerecht werden, Luthers Text treu sein und für den Gottesdienst brauchbar, also lesbar und hörbar sein. Ausdrücklich nicht vorgesehen war eine Anpassung an modernes Deutsch. In der Neubearbeitung ist wieder „mehr Luther“. Die Lutherbibel wurde zum Auftakt des Gedenkjahrs 2017 eingeführt. Sie war sehr schnell vergriffen und musste nachgedruckt werden.

In vier Arbeitsgruppen lernten die Synodalen dann eine Herangehensweisen an die Heilige Schrift kennen. Mit Pfarrer Dr. Roland Kurz näherten sie sich der Bibel aus der Sicht eines Clowns und fanden dadurch einen leichten Zugang zur Tiefe der Schrift. Pfarrer Heinrich Arweck analysierte die Berufung des Mose aus tiefenpsychologischer Sicht. Die dritte Gruppe unter der Leitung von Pfarrerin Anja Matthalm, Pfarrer Andreas Utzat und Grete Wedel, der Leiterin des Schulreferats, begegnete biblischen Texten kreativ mit Elementen des Bibliodramas und des Bibliologs. Dekanatskantorin Kerstin Schatz schließlich bot für betagte Gipfelstürmer eine musikalische Wanderung zum Psalm 121 an, die mit musikgeragogischen Methoden neue Wege der kirchenmusikalischen Arbeit zeigte und neue Kraft für Körper, Geist und Seele schenkte.

In den Pausen umlagerten die Synodalen den gut bestückten Büchertisch des Bibelzentrums Bayern. Frieda Lennert hatte hierfür nicht nur die neue Lutherbibel mitgebracht, sondern eine große Auswahl an theologischer und religionspädagogischer Literatur.
Auf einem zweiten Büchertisch war ein ganz anderes Buch zu bewundern, nämlich eine 1534 in Wittenberg von Hans Lufft gedruckte Lutherbibel, die zu den besonderen Schätzen der Kapitelsbibliothek gehört.