Dekanat Sulzbach-Rosenberg

evangelisch in der Oberpfalz

Prävention gegen Sexuellen Missbrauch bei der Evangelischen Jugend im Dekanatsbezirk

missbrauch„Bei uns nicht!“ Unter diesem Motto arbeitet die Evangelische Jugend der Bayerischen Landeskirche und des Dekanats Sulzbach-Rosenberg gegen sexuellen Missbrauch. Im Dekanat sind Diakonin Katja Deyerl und Diakon Tim Saborowski als Beauftragte zur Prävention gegen sexuellen Missbrauch für alle Gemeinden zuständig. Als Nachfolger von Bernd Deyerl und Birgit Görmann sind sie seit einem Jahr im Amt und zogen nun eine erste Bilanz.


Schwere Fälle, waren sich Deyerl und Saborowski einig, sind glücklicherweise selten und sind in ihrer Amtszeit nicht vorgekommen. „Oft“, erläuterte Saborowski, „sind es Missverständnisse im zwischenmenschlichen Bereich.“ Die Vorstellungen von Nähe und Distanz seien so unterschiedlich, dass es schwierig sei, Grenzen klar zu definieren. Manche Kinder und Jugendliche seien distanzlos, auf der anderen Seite sei „zu nah“ noch kein sexueller Missbrauch. Deyerl stellte fest, dass die Eltern heute sensibler sind als früher. „Wenn sie kommen, können wir uns um die Angelegenheit kümmern“, ermutigte sie Eltern, Kinder, Jugendliche, Pfarrer und Mitarbeiter, „es ist besser, mit uns zu sprechen, bevor etwas passiert, als hinterher zu sagen, man habe es ja gewusst.“
Erreichen kann man die beiden Beauftragten über zwei Telefonnummern (09661 / 891-183 und 09661 / 891-193). Die Anrufe werden auf Mobiltelefone weitergeleitet. Dann wird ein Termin vereinbart. Deyerl und Saborowski kommen immer zu zweit. So kann nichts verschleiert werden, außerdem haben sie die Möglichkeit der Rückkopplung und können sich eventuell im Team stärken.
Sie kümmern sich aber nicht nur um Vorkommnisse im Jugendverband, sondern sind auch Ansprechpartner für Vorfälle außerhalb. Je nach Einzelfall kooperieren sie mit Jugendamt, Polizei, Beratungsstellen oder auch dem Kinderschutzbund.
Damit es erst gar nicht erst soweit kommt, gibt es immer eine Einheit zum Thema „Sexueller Missbrauch“ beim Grundkurs für die ehrenamtlichen Mitarbeiter. „Wir schulen unsere Mitarbeiter, hier sensibel zu sein“, erklärte Saborowski. Er und Deyerl stehen aber auch gern für Schulungen oder Themenabende in anderen Institutionen außerhalb der Kirche zur Verfügung.
„Wir sind froh, wenn es uns bloß auf dem Papier geben muss“, fasste Deyerl die Bedeutung der Prävention gerade beim sexuellen Missbrauch zusammen.
In allen evangelischen Dekanaten in Bayern gibt es die Präventionsbeauftragten gegen sexuellen Missbrauch. Immer ist es eine Frau und ein Mann. In einigen Dekanaten übernehmen  Ehrenamtliche die wichtige Aufgabe. Das Dekanat Sulzbach-Rosenberg hat entschieden, dass hier  Hauptamtliche in diesem sensiblen Bereich tätig sein sollen. Saborowski hielt das für sinnvoll: “Unser Chef räumt uns gegebenenfalls die notwendige Zeit ein, wenn etwas vorfällt.“
Das Amt für Jugendarbeit der evangelischen Landeskirche und die Landesjugendkammer schulen die Dekanatsbeauftragten und bieten regelmäßig Fortbildungen an, außerdem findet jedes Jahr in Nürnberg ein Jahrestreffen aller Beauftragten statt, bei dem sie sich über ihre Erfahrungen austauschen können.

Zu den Personen:

Diakonin Katja Deyerl (09661 / 891-183) ist am Förderzentrum als Schuldiakonin tätig. Dort ist sie die „Feuerwehr“, wenn es um soziales Kompetenztraining, Konfliktlösung und Elternarbeit geht, außerdem arbeitet sie für das Jugendamt in der Familienhilfe.
Tim Saborowski (09661 / 891-193) ist Jugenddiakon der Gemeinde Christuskirche. Vorher war er im Krisendienst Mittelfranken aktiv. Dort hat er oft Klienten mit Missbrauchserfahrungen beigestanden.

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Verhaltenskodex für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter innerhalb der Evangelischen Jugend in Bayern

 

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