Dekanat Sulzbach-Rosenberg

evangelisch in der Oberpfalz

Ostmähren

Einen Überblick über die seit 1993 bestehende Partnerschaft gibt dieser Wiki-Artikel.

Interview mit 2 tschechischen Helferinnen

zdenka terezaZdenka und Tereza waren mit vier anderen Jugendlichen aus dem ostmährischen Seniorat der Böhmischen Brüder und ihrem Pfarrer Daniel Heller für eine Woche auf der Kapellenbaustelle am Knappenberg. Hier berichten sie von ihren Erfahrungen.

Groth: Woher kommt Ihr und warum arbeitet Ihr hier auf der Kapellenbaustelle mit?
Tereza: Ich komme aus Růžďka, das ist ein kleines Dorf in der Nähe von Vsetin in Ostmähren. Als ich gehört habe, dass eine Delegation für eine Woche nach Deutschland fährt, habe ich mich gemeldet, weil ich noch nie in Deutschland war.
Zdenka: Ich bin aus der Großstadt Zlín in Ostmähren. Ich war auch neugierig auf Deutschland, aber vor allem finde ich es schön, an einer Kapelle für Gott zu bauen.
Groth: Wie seid Ihr von den deutschen Jugendlichen aufgenommen worden?
Zdenka: Am Anfang war es ein bisschen schwierig, weil die Sprachbarriere da war. Aber die Gemeinschaft ist sehr rasch gewachsen.
Tereza: Auf der Baustelle versteht man sich, weil jeder auf den anderen angewiesen ist. Die Arbeit ist nicht kompliziert, aber sehr anstrengend. Da redet man nicht viel und kommt trotzdem zusammen.
Groth: Habt Ihr denn außer der Arbeit auf der Baustelle noch etwas anderes unternommen?
Zdenka (lacht): Wir sind abends immer todmüde. Deshalb gehen wir alle früh ins Bett und haben keine Zeit für andere Aktivitäten.
Tereza: Jeden Abend gibt es eine kleine Andacht. Das ist immer sehr schön. Aber sonst arbeiten wir eigentlich nur, bis auf die Essenspausen.

Deutsch-tschechisches Jugendprojekt am Knappenberg

kapelle2„Auf der Baustelle sind deutsche und tschechische Jugendliche eine Gemeinschaft“, sagen Zdenka aus Zlín und Tereza aus Růžďka. Beide sind zum ersten Mal in Deutschland und bauen an der neuen Kapelle auf dem Knappenberg mit. Ermöglicht wurde dieses Begegnung durch die großzügige Unterstützung des deutsch-tschechischen Zukunftsfonds.

Der evangelische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende Dr. Heinrich Bedford-Strohm hatte sich auch durch den strömenden Regen nicht abhalten lassen, einen Vormittag auf der Baustelle am Knappenberg mitzuarbeiten. “Ich finde es großartig, dass hier Jugendliche selbst die Initiative ergriffen haben, einen Kapellenbau neben dem Jugendhaus zu errichten”, erklärte er. Es gebe zu viel Untergangsstimmung in den Kirchen, dabei hätten sie zusammen in Deutschland immer noch 48 Millionen Mitglieder. “Wir müssen uns unserer Kraft bewusster werden und mehr von der Liebe Jesu Christi ausstrahlen”, sagte Bedford-Strohm, “Dieses Projekt zeigt, dass gerade Jugendliche Spiritualität brauchen und zum Aufbruch in etwas Neues bereit sind“. Deshalb habe er auch die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen und als EKD-Ratsvorsitzender deutschlandweit dafür geworben. Auch in seinem neusten Buch „Radikal Lieben“ spiele es eine große Rolle. Angesichts des absehbaren Mangels an evangelischen Pfarrern in der Landeskirche wirbt der Landesbischof für den Standort Oberpfalz, in dem die Lebensqualität außerordentlich hoch sei. Und der Eröffnungstermin der Kapelle am Knappenberg sei in seinem Terminkalender schon fest eingetragen.

Landrat Richard Reisinger, der als bekennender „Trial-and-Error-Handwerker“ dem Landesbischof beim Anbringen von Schindeln für die Außenverkleidung assistierte, ergänzte: „Es freut mich, dass dieser spirituelle Aufbruch gerade in meinem Landkreis stattfindet!“ Der Glaube habe in unserem Land allen Zweiflern zum Trotz eine Zukunft.

zdenka danielAuch eine Gruppe aus dem Ostmährischen Seniorat der Böhmischen Brüder, mit dem das Dekanat Sulzbach-Rosenberg seit vielen Jahren eine lebendige Partnerschaft pflegt, verbrachte eine Ferienwoche auf der Baustelle. Die sechs Jugendlichen und ihr Pfarrer Daniel Heller aus Valašské Meziříčí fühlen sich als Teil des Baustellenteams. „Am Anfang war die Sprachbarriere ein Problem, aber jetzt haben die tschechischen Jugendlichen die deutschen Wörter für das Werkzeug gelernt und im Gegenzug die Deutschen die tschechischen Begriffe, so dass es bunt durcheinander geht“, erzählte Heller. Gemeinsam haben sie in einer kleinen Andacht Gebete auf die Rückseite von Holzschindeln geschrieben, die danach an die Fassade genagelt wurden.

30 bis 40 Jugendliche arbeiten regelmäßig mit, etwa 20 sind immer auf der Baustelle. So entsteht auf Initiative und unter Mitarbeit junger Menschen, mit Hilfe von Spenden und der Förderung durch das LEADER-Projekt ein spiritueller Begegnungsraum - „auf gut bayerisch Kapelle“, wie Dekan Karlhermann Schötz, der sich als Dachdecker betätigte, übersetzte.

Konventsbesuch 2015

KonventVsetin3„Mir geht es darum, dass der reformatorische Gedanke, den Hus und andere in die Welt gesetzt haben, nicht zu tilgen ist“, sagte Dr. Roland Kurz auf dem Konvent der Böhmischen Brüder in Ostmähren, „sonst wären Sie als Böhmische Brüder heute nicht hier und sonst könnte ich Sie als Lutheraner heute nicht besuchen. Und wir könnten nicht zusammen Abendmahl in beiderlei Gestalt, also mit Brot und Wein, feiern.“

Seit zwanzig Jahren verbindet das evangelische Dekanat Sulzbach-Rosenberg eine lebendige Partnerschaft mit dem Seniorat der Böhmischen Brüder in Ostmähren. Dr. Kurz als Partnerschaftsbeauftragter nahm am Konvent, der Dekanatssynode, der Brüder im tschechischen Vsetín teil. In seinem Grußwort erinnerte er daran, dass es bereits 1993 erste Kontakte gab und 1995 die Partnerschaft formell begründet wurde. Sie könne einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass die reformatorischen Gedanken sich in der Welt behaupten und immer weitergegeben werden.

Maja Navratilová, Leiterin eines Kindergarten in Jablunka hatte eine Präsentation vorbereitet und ließ mit zahlreichen Fotos die vielen Begegnungen der letzten zwanzig Jahre wieder lebendig werden. Ein besonderer Höhepunkt war das Jubiläumstreffen der Oberpfälzer und der Ostmähren in Prag heuer am 15.-18. Oktober. Wie schon viele Treffen zuvor wurde auch dieses vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond großzügig gefördert.
An der Begegnung nahmen nicht nur Pfarrer teil, sondern auch Kindergärtnerinnen, wird doch die Partnerschaft ganz wesentlich von Kindergärten getragen, und zwar auf tschechischer Seite von staatlichen Kindergärten. „Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Kindergärten hängt immer an Einzelpersonen, die sich dafür einsetzen“, stellte Dr. Kurz fest. „Wir können uns glücklich schätzen, dass wir über zwanzig Jahre immer Menschen gefunden haben, die zu diesem Engagement bereit waren.“

Dr. Kurz berichtete, dass er auf der Basis von Navratilovás Präsentation gerade eine Chronik der Partnerschaft erarbeite, die auch ins Tschechische übersetzt werden solle. Damit wolle er ins Bewusstsein rücken, was in den zwanzig Jahren der deutsch-tschechischen Dekanatsfreundschaft schon alles passiert ist.
Für Senior Magister Petr Pivoňka, den Dekan der Böhmischen Brüder, war es der erste offizielle Kontakt mit der Partnerschaft, weil er erst heuer gewählt wurde. Er war sehr interessiert und signalisierte seine freudige Bereitschaft, die Partnerschaft weiter zu pflegen und zu fördern. Dr. Kurz lud ihn herzlich nach Sulzbach-Rosenberg ein.

Der Partnerschaftsbeauftragte wollte auch in das Leben von Kirche und Diakonie bei den ostmährischen Freunden eintauchen. Deshalb wohnte er einem Gottesdienst in Kroměříž bei und besuchte im Schloss von Valašské Meziříčí die Ausstellung „Namaluy mi beránka - Zeichne mir ein Schaf“. Diese Ausstellung ist ein Projekt der dortigen Diakonie, die eine Einrichtung zur Tagespflege von Behinderten unterhält und soziale Rehabilitation, eine Form von Betreutem Wohnen, anbietet. Für die Ausstellung haben tschechische Prominente wie Schauspieler, Publizisten, Politiker, Geistliche und Sänger, darunter auch Karel Gott, Bilder von Schafen gezeichnet. Die sehr unterschiedlichen, aber durchwegs charmanten Bilder werden schließlich versteigert. Der Erlös aus der Aktion wird für die Sanierung des Tagesheims verwendet. Die tschechische Diakonie ist interessiert, die Kontakte mit der Oberpfalz zu intensivieren.

20 Jahre Partnerschaft zwischen Kindertagesstätten

ZukunftslogoSeit 20 Jahren sind das evangelisch-lutherische Dekanat Sulzbach-Rosenberg und das ostmährische Seniorat der Böhmischen Brüder in einer Partnerschaft verbunden. Zur Feier des Jubiläums finanzierte der Deutsch-Tschechische Zukunftsfond eine Begegnung in Prag.

Der Sulzbacher Stadtpfarrer Dr. Roland Kurz und Pfarrer Konrad Schornbaum aus Eschenfelden waren mit Erzieherinnen der evangelischen Kindergärten im Landkreis angereist. Aus Ostmähren kamen die Pfarrer Jan Hudec, Daniel Heller sowie Wiera und Miroslaw Jelinek, die vielen im Dekanat noch von ihrem Besuch im Frühjahr mit dem Handglockenorchester in Erinnerung sind. Auch sie brachten viele Kindergarten-Erzieherinnen mit. Die Zusammenarbeit der Kindergärten war 1995 der Beginn der Partnerschaft und trägt sie bis heute.

senatDie Begegnung begann gleich mit einem Höhepunkt: Senator Jiří Čunek hatte die deutsch-tschechische Gruppe in das Palais Wallenstein, den Sitz des tschechischen Senats, eingeladen. Er führte selbst durch Plenarsaal und Repräsentationsräume des großartigen, frühbarocken Baus und erläuterte dabei die Geschichte und das gegenwärtige politische System in Tschechien. Die Partner besichtigten auch das Klementinum, Sitz der tschechischen Nationalbibliothek, in der seit 1930 jedes in Tschechien veröffentlichte Buch gesammelt wird. Bei der Gelegenheit konnte kurz ein Abstecher zur Karlsbrücke gemacht werden, wo an einem der Tortürme das Sulzbacher Wappen eingemeißelt ist.

Aber auch Besuche in Prager Gemeinden und Kindergärten standen auf dem Programm. In einem deutsch-tschechischen Kindergarten im Prager Stadteil Vinohrad erstaunte eine Fünfjährige die Gäste: „Ich spreche Armenisch, Russisch, Deutsch und Tschechisch“, sagte sie in akzentfreiem Deutsch. Im Saal der Brüdergemeinde in Libeň zeigten die deutschen Erzieherinnen den einheimischen Mitarbeitern, wie man kleinen Kindern mit Figuren und einfachen Materialien die Weihnachtsgeschichte vermitteln kann.

Viel Zeit war reserviert für das Gespräch mit vielen Bildern, Liedern und Erinnerungen an 20 Jahre Partnerschaft. „Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Kindergärten hängt immer an Einzelpersonen, die sich dafür einsetzen“, stellte Stadtpfarrer Dr. Kurz fest. „Wir können uns glücklich schätzen, dass wir über 20 Jahre immer Menschen gefunden haben, die zu diesem Engagement bereit waren.“


trabbiEinen letzten Höhepunkt bildete der Besuch der Deutschen Botschaft im Palais Lobkowitz. Es war ergreifend, in dem legendären Garten zu stehen, wo im Herbst 1989 Tausende campierten, um der Unfreiheit der DDR zu entfliehen. Die Ereignisse in der Prager Botschaft, die auch ein Teil der Freiheitsgeschichte des tschechischen Volkes sind, wurden in einem großartigen Film noch einmal in Erinnerung gerufen. „Wenn man sich vorstellt, dass 1989 in diesem Garten mehr als 3000 Menschen Zuflucht fanden, ist es beschämend, dass heute einige meinen, die Aufnahme von 3000 Flüchtlingen würde die Tschechische Republik überfordern“, sagte Pfarrer Heller nachdenklich.

Mit vollen Herzen nahmen die deutschen Besucher von den tschechischen Freunden Abschied: „na shledanou – Auf Wiedersehen!“

Ein Schritt zur Versöhnung

Auf dem Gedenkstein mitten auf dem kleinen Friedhof des Dorfes Leština, etwa 200 km östlich von Prag, steht nur „Gewidmet den unschuldigen Opfern der Nachkriegsgewalt 1945“, in tschechischer und deutscher Sprache. Pfarrer Jan Hudec erforschte die schrecklichen Ereignisse vom Mai 1945 und ging jetzt anlässlich des 70. Jahrestages des Kriegsendes zusammen mit dem evangelischen Dekanat Sulzbach-Rosenberg einen „Schritt zur Versöhnung“. Möglich wurde diese Veranstaltung durch die großzügige Förderung durch den deutsch-tschechischen Zukunftsfonds.

Plakat Jan Mai 2015Bei Gottesdiensten und Konzerten gedachten die Gemeinden  Leština, Hrabová, Zábřeh und Šumperk zusammen mit Pfarrer Dr. Roland Kurz, dem Dekanatsbeauftragten aus Sulzbach-Rosenberg und dem Posaunenchor des CVJM Rosenberg der Ermordeten. Außerdem wurde eine Broschüre vorgestellt und verteilt, die über das Massaker von Leština berichtet und zeigt, dass der deutsch-tschechische Konflikt schon viel früher begann, zugleich aber auch darlegt, dass keiner der beiden Seiten die alleinige Schuld am Unrecht zugewiesen werden kann. Damit ist das auf deutsch und tschechisch verfasste Büchlein „Ein Schritt zur Versöhnung“ eine Einladung, sich die Fehler und Verbrechen beider Seiten bewusst zu machen, sie zu verzeihen und offen aufeinander zuzugehen. Auf Vermittlung der Stadt Šumperk finanzierte der Wiener Prof. Viktor Dostal, ein in Šumperk geborener Sudeterdeutscher, den Druck der Broschüre.
In der sozialistischen Zeit waren in Tschechien die Verbrechen an den Deutschen und ihre Vertreibung nach dem Krieg ein Tabuthema. Jetzt beginnt im Nachbarland die Diskussion über die Ereignisse. Auch in Leština und den Nachbarorten sind die Ereignisse der Nachkriegszeit nun ins Bewusstsein gerückt, obwohl sie nie vergessen waren. So legten Verwandte der ermordeten Deutschen auch während der Zeit des Kommunismus immer Blumen am Grab nieder. In Leština und Umgebung leben bis heute noch viele Nachkommen der damaligen Täter und Opfer, und manche Einwohner wissen, wer damals die Täter waren. Sie schweigen aber, weil zumindest deren Nachfahren noch leben.
Den Bürgermeistern der vier Gemeinden war es ein Anliegen, dass Deutsche in das Gedenken einbezogen werden. Jiří Linhart, der Bürgermeister von Hrabová, erläuterte: „Es war mir von Anfang an wichtig, dass diese Begegnung stattfindet, weil unter den Menschen, die ermordet wurden, auch fünf Tschechen waren. Eine der Geiseln, die hier ermordet wurden, war mein Großvater. Ich will nicht anklagen, aber wir wollen endlich ansprechen, was passiert ist, damit es nie wieder geschieht.“
Genauso sehen es auch seine Kollegen aus den Nachbarorten, die deshalb die Begegnung mitfinanziert und unterstützt haben, obwohl sie teilweise im Stadtrat heftigen Gegenwind von Altkommunisten und Nationalisten erfuhren.
Lestina3Der Rosenberger Posaunenchor unter der Leitung von Kurt Lehnerer spielte bei den sehr gut besuchten, bewegenden Konzerten auch zusammen mit örtlichen Chören. Besonders beeindruckend war das Konzert in Zábřeh mit „Carmen“, einem Auswahlchor der Region. Dieser Chor ist nicht kirchlich, singt aber auch oft kirchliche Lieder. In Zábřeh intonierten die Sängerinnen und Sänger auch Lieder, die man aus dem Gesangbuch kennt, darunter „Ich lobe meinen Gott“ auf tschechisch.  Spontan nahm der Posaunenchor dieses Lied in einer Instrumentalversion auf und zeigte damit die Verbundenheit der Bläser und Sänger, der Deutschen und Tschechen.
Posaunenchöre sind in Tschechien weitgehend unbekannt. Drei tschechische Bläser spielten bei einigen Stücken beim CVJM mit und gründen jetzt in Zábřeh einen gemeindeübergreifenden Posaunenchor. Lehnerer freute sich darüber sehr und unterstützte die Bläserkollegen gleich mit Noten. So sind neue freundschaftliche Kontakte über die Grenze und die Gräben der Vergangenheit hinweg entstanden.
„Versöhnung beginnt im Kleinen, in der direkten Begegnung“, fasste Pfarrer Dr. Kurz zusammen, „mit dieser Reise sind wir einen ersten, wichtigen Schritt gegangen. Es hat sich gelohnt.“

Das Massaker von Leština

Lestina1Am 7. Mai 1945, einen Tag vor der Kapitulation, wurde ein deutscher Soldat auf dem Rückzug in Leština erschossen. Die deutschen Besatzer verhafteten fünf willkürlich ausgewählte tschechische Zivilisten als Geiseln und erschossen sie im Nachbardorf, weil sich der Mörder des Soldaten nicht meldete. Drei Tage später, nach dem offiziellen Kriegsende, wurden fünf Sudetendeutsche gezwungen, Gräber für gefallene sowjetische Soldaten auszuheben. Während sie arbeiteten, wurden die Leichen der fünf ermordeten Geiseln zum Friedhof von Leština gebracht. Die Lage eskalierte. Die Deutschen wurden gezwungen, auch für sich selbst außerhalb des Friedhofs ein Grab auszuheben. Dann wurden sie ermordet und begraben. Eine Woche später wurden diese fünf mit den Leichen von elf unbekannten Flüchtlingen aus Schlesien in ein Massengrab umgebettet. In den nächsten Tagen kamen noch weitere sechs Deutsche aus Vitošov und Hrabová ums Leben.
Im Jahr 2000 wurden die Überreste der ermordeten Deutschen auf den deutschen Armeefriedhof in Brünn umgebettet. 2007 stellte die Gemeinde Leština den Gedenkstein auf dem Friedhof auf.