Dekanat Sulzbach-Rosenberg

evangelisch in der Oberpfalz

Ostmähren

Einen Überblick über die seit 1993 bestehende Partnerschaft gibt dieser Wiki-Artikel.

Pfarrer Jan Hudec verstorben

janpTief betroffen haben wir vom Tod unseres Bruders in Christus und Freund Jan Hudec erfahren.
Pfarrer Jan Hudec war über lange Jahre eine treibende Kraft der Partnerschaft zwischen dem ostmährischen Seniorat und dem Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirk Sulzbach-Rosenberg. Seine ruhige und feine freundschaftliche Art, seine Aufmerksamkeit und Feinfühligkeit und auch sein theologischer Sachverstand machten jede Begegnung mit ihm zu einer besonderen Begegnung. Nicht zu vergessen ist auch sein besonderer Humor.
Gerne denke wir an die Zeit zurück, in der wir zusammengearbeitet haben und an die vielen guten und langen Begegnungen in Sulzbach-Rosenberg und in Ostmähren.
Eine besondere Ehre war es für Pfarrer Dr. Kurz, dass er 2010, als Jan die Gemeinde wechselte und unser Partnerseniorat verließ, zur Verabschiedung eingeladen wurde und den Gottesdienst mitgestalten durfte. Auch danach blieben der Kontakt und die Freundschaft erhalten.

Ausgehend von seinem Glauben und gemäß dem Bibelwort aus 2. Kor. 5,19-20: „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!“ war Pfarrer Jan Hudec ein wirklicher Botschafter an Christi statt. Denn ein besonderes Anliegen war für ihn die deutsch-tschechische Versöhnung.
Das Dekanat Sulzbach-Rosenberg hat einen guten Freund und langjährigen Förderer unserer Partnerschaft verloren Das lässt uns um ihn trauern.
Möge Jan Hudec nun die Herrlichkeit Gottes sehen, in der kein Leid, kein Schmerz und kein Geschrei mehr sein wird.
Unser Mitgefühl gilt Pavla und der Familie und allen, die ihm verbunden waren.

Pfarrer Dr. Roland Kurz, Beauftragter für die Partnerschaft
Dekan Karlhermann Schötz
Hans-Peter Pickel und Brigitte Lang, Präsidenten der Dekanatssynode

janweb

Reformationsjubiläum in Zábreh (Tschechische Republik)

Jan2017 0017Ein besonderer Gottesdienst zum diesjährigen Reformationsjubiläum fand Anfang Oktober in Zábreh statt. So wie auch in Deutschland die Festlichkeiten zum 500. Jahrestag der Reformation im Zeichen der Versöhnung zwischen evangelischer und katholischer Kirche standen, feierten auch hier Lutheraner, Hussiten und Reformierte gemeinsam Gottesdienst. Neben Pfarrer Stejskal, Prädikantin Eva Urbanova und Pfarrer Jan Hudec aus der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder fanden sich Pfarrer Prichystal von der Tschechoslowakischen hussitischen Kirche und Pfarrer Daniel Midriak aus der Slowakei von der Evangelischen Kirche des Augsburger Bekenntnisses zu diesem besonderen Ereignis ein. Durch seine Teilnahme zeigte Pfarrer Dr. Roland Kurz die Verbundenheit des Dekanats Sulzbach mit den Böhmischen Brüdern, die aus der Partnerschaft mit dem Ostmährischen Seniorat entstanen ist.

Eröffnet wurde der ökumenische Gottesdienst mit den feierlichen „Kirchenhits“ „Großer Gott wir loben dich“ und „Ein feste Burg ist unser Gott“. Die Lesung aus Rö 3,21-28, … So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben, erinnerte die Gemeinde an den Kernsatz von Luthers reformatorischer Entdeckung. Pfarrer Dr. Kurz hielt die Festpredigt über Mt 10,26-33. Hier erhält die Gemeinde die Zusage „Fürchtet euch nicht!“. Dies gilt auch in schwierigen Zeiten, das betonte Kurz und schlug den Bogen von der Zeit der Christenverfolgung zu Luther. Er erinnerte an die pausenlosen Bemühungen des Mönchs Martin Luther, Gott positiv zu stimmen, sich Gottes Gnade zu sichern. Erst die Entdeckung in Rö 3,28 verschaffte ihm Erleichterung, Gott schenkt uns Menschen seine Gnade, wir müssen nur darauf vertrauen. „Jeder kann sich auf die Gnade Gottes verlassen. Diese Botschaft geht seit 500 Jahren um die Welt. Fürchtet euch nicht, denn Gott kennt euch genau, ihm braucht ihr nichts vorzumachen“, betonte der Prediger.

Als Erinnerung an diesen Festgottesdienst wurde danach vor der Kirche feierlich eine Linde gepflanzt. Alle halfen bei dieser Aktion gerne mit, die Gemeinde, die Pfarrer und auch der Bürgermeister von Zábreh.

Pfarrer Kurz und Pfarrer Midriak rundeten den festlichen Tag durch zwei Vorträge ab, in denen sie jeweils ihre Sicht auf aktuelle Entwicklungen im Zuge der Reformation darlegten. So wie auch der gesamte Tag im Zeichen der Ökumene stand, bemühen sich zurzeit alle Christen um die Betonung der Gemeinsamkeiten und nicht der Unterschiede. Wir glauben an den einen Gott – das verbindet uns.

Johanna Groh

Reformationsjubiläum bei der EKBB

Deutschland bereitet sich seit zehn Jahren auf das Reformationsjubiläum vor: Am 31. Oktober 1517 hängte Martin Luther seine 95 Thesen über den Ablass an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg und löste damit die Reformation aus. Aber auch andere Länder gedenken dieses Ereignisses. Die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB) in Tschechien feierte jetzt in der ostmährischen Stadt Ratiboř die Reformation, die die Welt veränderte.

RefoTschechien1Viele Schwesterkirchen aus den Nachbarländern begingen diesen Festtag in evangelischer Verbundenheit mit den Tschechen. So nahmen der Bischof der Polnisch-reformierten Kirche aus Kattowitz und zwei evangelische Dekane der ungarischen Minderheit in der Slowakei an der Feier teil. Die Evangelische Kirche in Deutschland wurde von Dekan Karlhermann Schötz und Pfarrer Dr. Roland Kurz bei den Feierlichkeiten in Ratiboř vertreten. Ratiboř liegt im Ostmährischen Seniorat der Böhmischen Brüder, also in dem tschechischen Dekanat, mit dem das Dekanat Sulzbach-Rosenberg seit über 20 Jahren eine lebendige Partnerschaft unterhält. Der Weihbischof der römisch-katholischen Diözese Olomouc unterstrich mit seiner Anwesenheit das ökumenische Miteinander.

RefoTschechien2Posaunenchöre, ein Theateranspiel, eine Ausstellung, ein Büchertisch mit einem breiten Angebot evangelischer Literatur, ein Chor, ein Konzert des Handglockenorchesters und die Pflanzung eines Bäumchens zeigten, wie vielfältig heute das evangelische Leben in Tschechien ist, obwohl dort unter den Habsburgern seit der Gegenreformation bis 1781 die evangelische Glaube verboten war und die Kirchen in der kommunistischen Zeit unterdrückt wurden. Ein tiefgründiger Vortrag über den Glauben von Martin Luther und ein Referat über das Luthertum in Ratiboř rundeten das Programm ab.

Im Zentrum der Feierlichkeiten stand ein Festgottesdienst in der Brüderkirche, der im tschechischen Rundfunk direkt übertragen wurde. Synodalsenior Daniel Ženatý predigte über Galater 5,1. Martin Luther sei es um die Wiederentdeckung des Evangeliums gegangen, und das sei auch der Sinn des Reformationsgedenkens: „Wie schön ist es, sich von Christus befreien zu lassen, und als freie Menschen fröhlich zu leben - in der Fülle des Glaubens und der Liebe!“ Deshalb müsse man die Freiheit hochschätzen und um die Freiheit kämpfen, bis Christus wiederkommt.

RefoTschechien3Beim Abendmahl waren die Gäste aus Deutschland beteiligt und gaben Brot und Wein aus. Zahlreiche Redner betonten in ihren Grußworten die Bedeutung der Reformation für die Entwicklung der Moderne und die Wichtigkeit der EKBB in der modernen tschechischen Gesellschaft.
Dekan Schötz überbrachte die Grüße von Dr. Heinrich Bedford-Strohm, dem evangelischen Landesbischof und Vorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland. Schötz erinnerte in seiner Ansprache an Jan Hus, den ersten Reformator, der auch in der Oberpfalz gepredigt hat. Dann sprach er über Lukas 12, 32. Die EKBB sei „eine kleine Herde“, aber Gott schenke ihr seine Gnade und wirke in ihr: „Es wird weitergehen mit unserer Kirche. Gott wirkt in allem, was wir tagtäglich tun. Und in allem was wir tun, gibt er uns alles aus Gnade.“
Am Rande der Feierlichkeiten führten Dekan Schötz und Dr. Kurz Gespräche mit ihren ostmährischen Partnern, vertieften die Freundschaft und planten die nächsten Treffen.

20 Jahre Partnerschaft zwischen Kindertagesstätten

ZukunftslogoSeit 20 Jahren sind das evangelisch-lutherische Dekanat Sulzbach-Rosenberg und das ostmährische Seniorat der Böhmischen Brüder in einer Partnerschaft verbunden. Zur Feier des Jubiläums finanzierte der Deutsch-Tschechische Zukunftsfond eine Begegnung in Prag.

Der Sulzbacher Stadtpfarrer Dr. Roland Kurz und Pfarrer Konrad Schornbaum aus Eschenfelden waren mit Erzieherinnen der evangelischen Kindergärten im Landkreis angereist. Aus Ostmähren kamen die Pfarrer Jan Hudec, Daniel Heller sowie Wiera und Miroslaw Jelinek, die vielen im Dekanat noch von ihrem Besuch im Frühjahr mit dem Handglockenorchester in Erinnerung sind. Auch sie brachten viele Kindergarten-Erzieherinnen mit. Die Zusammenarbeit der Kindergärten war 1995 der Beginn der Partnerschaft und trägt sie bis heute.

senatDie Begegnung begann gleich mit einem Höhepunkt: Senator Jiří Čunek hatte die deutsch-tschechische Gruppe in das Palais Wallenstein, den Sitz des tschechischen Senats, eingeladen. Er führte selbst durch Plenarsaal und Repräsentationsräume des großartigen, frühbarocken Baus und erläuterte dabei die Geschichte und das gegenwärtige politische System in Tschechien. Die Partner besichtigten auch das Klementinum, Sitz der tschechischen Nationalbibliothek, in der seit 1930 jedes in Tschechien veröffentlichte Buch gesammelt wird. Bei der Gelegenheit konnte kurz ein Abstecher zur Karlsbrücke gemacht werden, wo an einem der Tortürme das Sulzbacher Wappen eingemeißelt ist.

Aber auch Besuche in Prager Gemeinden und Kindergärten standen auf dem Programm. In einem deutsch-tschechischen Kindergarten im Prager Stadteil Vinohrad erstaunte eine Fünfjährige die Gäste: „Ich spreche Armenisch, Russisch, Deutsch und Tschechisch“, sagte sie in akzentfreiem Deutsch. Im Saal der Brüdergemeinde in Libeň zeigten die deutschen Erzieherinnen den einheimischen Mitarbeitern, wie man kleinen Kindern mit Figuren und einfachen Materialien die Weihnachtsgeschichte vermitteln kann.

Viel Zeit war reserviert für das Gespräch mit vielen Bildern, Liedern und Erinnerungen an 20 Jahre Partnerschaft. „Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Kindergärten hängt immer an Einzelpersonen, die sich dafür einsetzen“, stellte Stadtpfarrer Dr. Kurz fest. „Wir können uns glücklich schätzen, dass wir über 20 Jahre immer Menschen gefunden haben, die zu diesem Engagement bereit waren.“


trabbiEinen letzten Höhepunkt bildete der Besuch der Deutschen Botschaft im Palais Lobkowitz. Es war ergreifend, in dem legendären Garten zu stehen, wo im Herbst 1989 Tausende campierten, um der Unfreiheit der DDR zu entfliehen. Die Ereignisse in der Prager Botschaft, die auch ein Teil der Freiheitsgeschichte des tschechischen Volkes sind, wurden in einem großartigen Film noch einmal in Erinnerung gerufen. „Wenn man sich vorstellt, dass 1989 in diesem Garten mehr als 3000 Menschen Zuflucht fanden, ist es beschämend, dass heute einige meinen, die Aufnahme von 3000 Flüchtlingen würde die Tschechische Republik überfordern“, sagte Pfarrer Heller nachdenklich.

Mit vollen Herzen nahmen die deutschen Besucher von den tschechischen Freunden Abschied: „na shledanou – Auf Wiedersehen!“

Ein Schritt zur Versöhnung

Auf dem Gedenkstein mitten auf dem kleinen Friedhof des Dorfes Leština, etwa 200 km östlich von Prag, steht nur „Gewidmet den unschuldigen Opfern der Nachkriegsgewalt 1945“, in tschechischer und deutscher Sprache. Pfarrer Jan Hudec erforschte die schrecklichen Ereignisse vom Mai 1945 und ging jetzt anlässlich des 70. Jahrestages des Kriegsendes zusammen mit dem evangelischen Dekanat Sulzbach-Rosenberg einen „Schritt zur Versöhnung“. Möglich wurde diese Veranstaltung durch die großzügige Förderung durch den deutsch-tschechischen Zukunftsfonds.

Plakat Jan Mai 2015Bei Gottesdiensten und Konzerten gedachten die Gemeinden  Leština, Hrabová, Zábřeh und Šumperk zusammen mit Pfarrer Dr. Roland Kurz, dem Dekanatsbeauftragten aus Sulzbach-Rosenberg und dem Posaunenchor des CVJM Rosenberg der Ermordeten. Außerdem wurde eine Broschüre vorgestellt und verteilt, die über das Massaker von Leština berichtet und zeigt, dass der deutsch-tschechische Konflikt schon viel früher begann, zugleich aber auch darlegt, dass keiner der beiden Seiten die alleinige Schuld am Unrecht zugewiesen werden kann. Damit ist das auf deutsch und tschechisch verfasste Büchlein „Ein Schritt zur Versöhnung“ eine Einladung, sich die Fehler und Verbrechen beider Seiten bewusst zu machen, sie zu verzeihen und offen aufeinander zuzugehen. Auf Vermittlung der Stadt Šumperk finanzierte der Wiener Prof. Viktor Dostal, ein in Šumperk geborener Sudeterdeutscher, den Druck der Broschüre.
In der sozialistischen Zeit waren in Tschechien die Verbrechen an den Deutschen und ihre Vertreibung nach dem Krieg ein Tabuthema. Jetzt beginnt im Nachbarland die Diskussion über die Ereignisse. Auch in Leština und den Nachbarorten sind die Ereignisse der Nachkriegszeit nun ins Bewusstsein gerückt, obwohl sie nie vergessen waren. So legten Verwandte der ermordeten Deutschen auch während der Zeit des Kommunismus immer Blumen am Grab nieder. In Leština und Umgebung leben bis heute noch viele Nachkommen der damaligen Täter und Opfer, und manche Einwohner wissen, wer damals die Täter waren. Sie schweigen aber, weil zumindest deren Nachfahren noch leben.
Den Bürgermeistern der vier Gemeinden war es ein Anliegen, dass Deutsche in das Gedenken einbezogen werden. Jiří Linhart, der Bürgermeister von Hrabová, erläuterte: „Es war mir von Anfang an wichtig, dass diese Begegnung stattfindet, weil unter den Menschen, die ermordet wurden, auch fünf Tschechen waren. Eine der Geiseln, die hier ermordet wurden, war mein Großvater. Ich will nicht anklagen, aber wir wollen endlich ansprechen, was passiert ist, damit es nie wieder geschieht.“
Genauso sehen es auch seine Kollegen aus den Nachbarorten, die deshalb die Begegnung mitfinanziert und unterstützt haben, obwohl sie teilweise im Stadtrat heftigen Gegenwind von Altkommunisten und Nationalisten erfuhren.
Lestina3Der Rosenberger Posaunenchor unter der Leitung von Kurt Lehnerer spielte bei den sehr gut besuchten, bewegenden Konzerten auch zusammen mit örtlichen Chören. Besonders beeindruckend war das Konzert in Zábřeh mit „Carmen“, einem Auswahlchor der Region. Dieser Chor ist nicht kirchlich, singt aber auch oft kirchliche Lieder. In Zábřeh intonierten die Sängerinnen und Sänger auch Lieder, die man aus dem Gesangbuch kennt, darunter „Ich lobe meinen Gott“ auf tschechisch.  Spontan nahm der Posaunenchor dieses Lied in einer Instrumentalversion auf und zeigte damit die Verbundenheit der Bläser und Sänger, der Deutschen und Tschechen.
Posaunenchöre sind in Tschechien weitgehend unbekannt. Drei tschechische Bläser spielten bei einigen Stücken beim CVJM mit und gründen jetzt in Zábřeh einen gemeindeübergreifenden Posaunenchor. Lehnerer freute sich darüber sehr und unterstützte die Bläserkollegen gleich mit Noten. So sind neue freundschaftliche Kontakte über die Grenze und die Gräben der Vergangenheit hinweg entstanden.
„Versöhnung beginnt im Kleinen, in der direkten Begegnung“, fasste Pfarrer Dr. Kurz zusammen, „mit dieser Reise sind wir einen ersten, wichtigen Schritt gegangen. Es hat sich gelohnt.“

Das Massaker von Leština

Lestina1Am 7. Mai 1945, einen Tag vor der Kapitulation, wurde ein deutscher Soldat auf dem Rückzug in Leština erschossen. Die deutschen Besatzer verhafteten fünf willkürlich ausgewählte tschechische Zivilisten als Geiseln und erschossen sie im Nachbardorf, weil sich der Mörder des Soldaten nicht meldete. Drei Tage später, nach dem offiziellen Kriegsende, wurden fünf Sudetendeutsche gezwungen, Gräber für gefallene sowjetische Soldaten auszuheben. Während sie arbeiteten, wurden die Leichen der fünf ermordeten Geiseln zum Friedhof von Leština gebracht. Die Lage eskalierte. Die Deutschen wurden gezwungen, auch für sich selbst außerhalb des Friedhofs ein Grab auszuheben. Dann wurden sie ermordet und begraben. Eine Woche später wurden diese fünf mit den Leichen von elf unbekannten Flüchtlingen aus Schlesien in ein Massengrab umgebettet. In den nächsten Tagen kamen noch weitere sechs Deutsche aus Vitošov und Hrabová ums Leben.
Im Jahr 2000 wurden die Überreste der ermordeten Deutschen auf den deutschen Armeefriedhof in Brünn umgebettet. 2007 stellte die Gemeinde Leština den Gedenkstein auf dem Friedhof auf.

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