Dekanat Sulzbach-Rosenberg

evangelisch in der Oberpfalz

Jugendwohngruppe Ernst-Naegelsbach-Haus

wohngrupp

Für Jugendliche, die im Ernst-Naegelsbach-Haus leben, ist der Schritt vom Heim ins Alltagsleben oft zu groß. Sie müssen erst nach und nach mehr Eigenverantwortung lernen, um den Herausforderungen draußen gewachsen zu sein. Um die Jugendlichen hierbei zu unterstützen, wurde eine Jugendwohngruppe eingerichtet, wo sich die Jungen und Mädchen auf die Selbständigkeit vorbereiten können.


Die Anfänge der Jugendwohngruppe reichen bis in das Jahr 2005 zurück. Im Zuge des Reorganisationsprozesses des ENH gründete sich 2010 der Arbeitskreis Jugendwohnen. An der  konzeptionellen Vorbereitung war auch Stefan Strauß, der Geschäftsführende Vorstand der Diakonie, beteiligt. Im September 2011 konnte die Jugendwohngruppe mit drei Jugendlichen und drei Mitarbeitern beginnen. Es sind verschiedene Fachkräfte, die die unterschiedlichen Bereiche abdecken können, in denen die Jugendlichen Schwierigkeiten haben.
Bei einem Tag der offenen Tür wurde sie jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt. Vertreter der Schulen und des Jugendamts Amberg, aber auch Erzieherinnen der anderen Gruppen nutzten die Gelegenheit und sahen sich in den freundlichen Räumen um.
Sozialpädagogin Susanna Metz, die zusammen mit drei Kollegen die JWG betreut, erläuterte die Einrichtung und gab einen Einblick in den Tagesablauf. Derzeit sind sieben Jugendliche und junge Erwachsene in zwei Wohngruppen zuhause. Die beiden Gruppen bauen aufeinander auf. Die Jugendlichen fangen in Haus 7 an und können später in Haus 7a wechseln, wo sie viel selbständiger leben.
In Haus 7 ist immer ein Erwachsener anwesend und es gibt festgesetzte Regeln, zum Beispiel über Schlafenszeiten und Ausgang. Jeden Tag kocht ein Jugendlicher für die ganze Gruppe das Abendessen. Zusätzlich haben sich die Jugendlichen Regeln gegeben. So haben sie festgelegt, dass der Saft mit Wasser gemischt werden muss, damit er länger reicht.
Die Gruppe 7a wohnt in einem Einfamilienhaus nebenan. Das meiste machen sie selbst, nur für grundlegende Arbeiten kommt einmal wöchentlich eine Reinigungskraft. Sie verwalten ihr Geld selbst, werden aber bei der Finanzplanung unterstützt. „Sie verhungern uns hier nicht, auch wenn sie ganz falsch gewirtschaftet haben“, beruhigte Metz die Besucher. Mehrere Stunden am Tag sind Betreuer da. Sie gehen individuell auf die Stärken und Schwächen der Jugendlichen ein und begleiten sie auch bei Behördengängen oder der Wohnungssuche. Wie Metz erläuterte, wird hier „eine Komm-Struktur implementiert: Die Jugendlichen müssen einen Plan haben, an wen sie sich wenden können, müssen selbständig Hilfe holen“.
Die Jugendlichen können bis 23 in der JGW bleiben, aber die meisten können es  kaum erwarten auszuziehen. Ein Grund ist das Geld, denn Lehrlinge müssen etwa ein Drittel ihres Einkommens für die Unterbringung zahlen.
Die JWG bewährt sich, stellte Heimleiter Stefan Reither fest. Das Team setze das Konzept sehr gut um und passe es weiter an die Bedürfnisse der Jugendlichen an. So gibt es inzwischen sogar eine Warteliste für die Aufnahme. Angedacht ist, eine weitere Gruppe mit therapeutischer Ausrichtung zu bilden.

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